
Obwohl Kinder häufig Bauchschmerzen haben – Bauchschmerzen machen 5 bis 10 Prozent der Gründe für einen Besuch beim Arzt oder in der Notaufnahme aus – sind sie dennoch meist kein Grund zur Besorgnis.
Meistens ist die Ursache für Bauchschmerzen eine Vireninfektion, die sich nach ein paar Tagen wieder legt. Laut einer Studie der University of Indiana hatten nur 1 bis 2 Prozent der Kinder ernsthafte Probleme, die eine spezielle Behandlung oder gar Operation erforderlich machten.
Auf die Anzeichen achten
Es gibt jedoch ein paar Anzeichen, die Sie Ihrem Arzt melden sollten, um die Diagnose zu unterstützen. Es mag merkwürdig klingen, aber die Intensität der Schmerzen ist nicht unbedingt das wichtigste Problem. Gase, die sich in einer Darmschleife verfangen, können beim Kind plötzliche, starke Schmerzen verursachen, sodass es sich vor Schmerzen krümmt, jedoch kein Fieber hat, nicht erbricht und sich nach einem warmen Bad deutlich besser fühlt. Besorgniserregende Anzeichen für ernst zu nehmende Erkrankungen können sein:
Wenn Ihr Kind eines der obengenannten Symptome aufweist, suchen Sie umgehend einen Arzt auf.
Wiederkehrende Bauchschmerzen
Wiederkehrende Bauchschmerzen, insbesondere wenn Ihr Kind nachts davon aufwacht oder wenn diese zu einem Gewichtsverlust führen, können ein Signal für eine chronische Bauchentzündung sein.
Wiederkehrende Beschwerden, die nur in stressigen Situationen auftreten (z. B. beim Besuch einer neuen Schule, einer Kindertagesstätte oder im Vorfeld eines Ausflugs) und nicht zusammen mit anderen Symptomen, sind eine Ausdrucksform von Anspannung. Hierbei müssen das Kind und die Situation genauer unter die Lupe genommen werden, nicht der Bauch.
Schmerzen in Verbindung mit Ausschlag
Bauchschmerzen, die mit einem Ausschlag in Form von kleinen Rötungen am Po und/oder an den Beinen einhergehen, können auf eine Erkrankung namens Purpura Schönlein-Henoch zurückzuführen sein. Sie haben womöglich noch nie davon gehört, aber sie tritt erstaunlich oft auf. Die Gründe dieser Erkrankung sind nicht eingehend bekannt, aber es wird angenommen, dass bakterielle oder virale Infektionen ursächlich dafür sind. Entzündungen der kleinen Blutgefäße können zu Blutungen in der Haut sowie im Darm und in den Nieren führen. Sie ist zwar nicht lebensbedrohlich, aber Ihr Arzt wird das Kind womöglich mehrere Tage lang im Auge behalten wollen.
Lebensmittelunverträglichkeiten
Nahrungsmittelempfindlichkeit (insbesondere Laktoseunverträglichkeit) kann Krämpfe und Blähungen verursachen. Die Laktoseintoleranz, also die unzulängliche Verdauung von Milchzucker, kommt recht häufig vor, und zwar oft auch generationenübergreifend. Meiden Sie Milch und Milchprodukte (oder die Nahrungsmittel, von denen Sie denken, dass diese verantwortlich sind) eine Woche lang, wenn Sie vermuten, dass das Problem darauf zurückzuführen ist. Wenn die Symptome verschwinden, sollte Ihr Kind diese Nahrungsmittel wieder zu sich nehmen. Treten die Symptome dann erneut auf, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt. Besprechen Sie mit ihm, wie Sie die Ernährung Ihres Kindes so umstellen, dass es keine Milch mehr bekommt, aber dennoch genügend Kalzium erhält.
Ungewöhnliche Ursachen für Bauchschmerzen
Halsentzündung
Es klingt verwunderlich, dass sich eine Halsentzündung manchmal nicht in Form von Halsschmerzen, sondern in Fieber und Bauchschmerzen zeigt. Es gab schon Fälle, bei denen ein Verdacht auf Blinddarmentzündung bestand und stattdessen eine Halsentzündung diagnostiziert wurde.
Harnwegsinfekte und Lungenentzündung
können manchmal auch Bauchschmerzen verursachen. Kinderärzte untersuchen Urinproben und sehen sich Röntgenbilder des Brustkorbs an, wenn sie nicht davon überzeugt sind, dass die Bauchschmerzen auf den Bauch zurückzuführen sind. Achten Sie auf Beschwerden im Zusammenhang mit anderen Bereichen, selbst wenn sich die Schmerzen hauptsächlich im Bauch äußern.
Auf Ihren Instinkt vertrauen
Geben Sie Ihrem Arzt Bescheid, wenn Sie denken, dass Ihr Kind richtig krank ist – auch wenn Sie nicht genau sagen können, worum es geht.

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