Pressemitteilung
"Wir müssen gemeinsam helfen!" - Nadja Auermann, Botschafterin der Aktion 1 Packung = 1 Impfdosis von Pampers und UNICEF, über ihr Engagement im Kampf gegen Tetanus bei Neugeborenen
Nadja Auermann ist Botschafterin der Aktion 1 Packung = 1 Impfdosis und nahm an einer Projektreise von Pampers und UNICEF teil, die nach Liberia führte. Das westafrikanische Land hat 3,8 Mio Einwohner, davon 1,6 Mio Kinder. 14 Jahre lang wütete dort ein schrecklicher Bürgerkrieg, der die Menschen und die Gesellschaft noch stark prägt. Welche Eindrücke und Erlebnisse Frau Auermann auf dieser Reise begleitet haben, schildert sie uns in einem Interview.
Frau Auermann, welche Erwartungen hatten Sie für diese Reise und was haben Sie erlebt?
Ich war sehr gespannt auf das Land und darauf zu sehen, wie das Gesundheitssystem funktioniert, insbesondere wie die Impfdosen, die durch die Aktion von Pampers und UNICEF zur Verfügung gestellt werden, zum Einsatz kommen. Liberia ist ein unheimlich armes Land. Alle Einrichtungen wurden im Bürgerkrieg völlig zerstört. Vieles ist also noch notdürftig, aber die Mitarbeiter vor Ort tun wirklich alles, um den Menschen zu helfen.
Sie sind erst seit kurzem wieder aus Liberia zurück. Wie haben die Eindrücke der Reise Sie seitdem begleitet?
Ich bin immer noch sehr mitgenommen, sowohl emotional als auch physisch. Es ist eine Sache über die Lebensumstände zu reden und Bilder im Fernsehen zu sehen. Mit den eigenen Augen das Elend und Leid zu erleben, war doch sehr ergreifend und hat mich tief berührt. In Liberia leben die Menschen in einer unglaublichen Armut. Es fehlt an Hygiene, medizinischer Versorgung, an allem.
Welche Hilfseinrichtungen haben Sie vor Ort besucht?
Wir haben verschiedene Kliniken besucht und sind von dort in die umliegenden Gemeinden gegangen. Es war schön zu sehen, dass die Menschen und vor allem Mütter mit ihren Kindern die Angebote von UNICEF annehmen. Ich konnte selbst dabei sein, als viele Mütter und Babys gegen Tetanus geimpft wurden. Das macht Mut. Es ist mir wichtig zu helfen, denn diese Krankheit kann so einfach besiegt werden und mit der Initiative von Pampers und UNICEF kann man den qualvollen Tod so vieler Babys verhindern.
Hatten Sie Gelegenheit, auch mit den Müttern Kontakt aufzunehmen?
Ja, das UNICEF Büro in Liberia hat glücklicherweise einen sehr engen Kontakt in die Gemeinden und Kliniken, sodass ich direkt mit einigen Müttern sprechen konnte. Ich durfte sogar teilweise in die Hütten hinein und konnte mir einen Eindruck der Lebensumstände machen. Das war doch sehr erschreckend, was die Frauen erzählt haben. Viele von ihnen haben keinen Mann, der sie unterstützt, da die Väter der Kinder sich häufig aus der Verantwortung ziehen. Die Mütter sind auf sich allein gestellt. Da hat sich bei mir schon sehr schnell ein Gefühl der Solidarität entwickelt, denn ich habe ja auch zwei Kinder. Besonders berührt hat mich die Geschichte einer Mutter, die wir in einer ländlichen Region in Liberia, in Bong, getroffen haben. Sie war mit ihrem zweitältesten Kind bereits seit sechs Wochen im Krankenhaus. Ihre anderen drei Kinder sind so lange bei ihrer Mutter im Dorf geblieben. Allein der Weg, bis die Mutter mit ihrem Kind im Krankenhaus ankam und die ärztliche Versorgung in Anspruch nehmen konnte, die für uns selbstverständlich ist, ist für uns kaum vorstellbar. Mit dem kranken Kind auf dem Arm musste sie erst zwei Stunden zu Fuß laufen bis zum nächst größeren Ort und war von dort dann noch mal mit dem Auto unterwegs. Unvorstellbar, was die Mutter für Ängste ausgestanden haben muss.
Wie sind die Lebensumstände, die Sie vorgefunden haben?
Die Familien wohnen meist in Hütten gebaut aus Wellblech und Lehm. Eine Hütte hat mehrere Zimmer, in jedem Zimmer wohnen fünf Menschen oder mehr. Die Kochstelle ist meist vor dem Haus. Latrinen sind sehr rar gesät. Es gibt kein Abwassersystem und das Wasser sammelt sich auf der Straße und wird zu einer braunen, schimmeligen Masse. Die Wasserquellen sind häufig kontaminiert und es gibt keinen zentralen Ort, wo Müll gesammelt wird. Also ein idealer Herd für Krankheitserreger.
Wie kommt die Aktion 1 Packung = 1 Impfdosis vor Ort bei den Menschen an?
Die Ärzte vor Ort haben mir versichert, dass es einen sehr großen Unterschied macht, diese Impfdosen zur Verfügung zu haben. Nachdem der Krieg vorbei ist und die UN-Truppen helfen, die Lage zu stabilisieren, kommen die Hilfsgüter auch wieder im Land an und erreichen viele Mütter und Kinder. Seit diese wieder gegen Tetanus geimpft werden können, gibt es natürlich spürbar weniger Todesfälle. Neben den Impfungen ist es zusätzlich wichtig, die hygienischen Bedingungen aufzubauen, um Tetanus und auch andere Krankheiten im Keim ersticken zu können. Dieses Bestreben müssen wir weiterhin unterstützen!
Wie haben die Menschen vor Ort auf Ihren Besuch reagiert?
Es war besonders schön zu sehen, dass die Kinder sehr offen und fröhlich sind, dass sie sich sehr gut mit einem unterhalten können und die meisten auch zur Schule gehen. Das macht Hoffnung für die Zukunft. Ich hatte den Eindruck, dass sich da ein Wandel abzeichnet. Man darf einfach nicht vergessen, dass die Mütter, die teilweise erst 15 Jahre alt sind, den Krieg miterlebt haben. Wir haben erzählt bekommen, dass der Krieg die Gesellschaft stark verändert hat. Früher haben sich die Männer mehr um ihre Familie gekümmert, seit dem Krieg ist das jedoch sehr stark auseinander gebrochen.
Sie haben selbst auch zwei Kinder. Relativiert sich nach dieser Reise für Sie Vieles? Was geht in Ihnen vor?
Natürlich relativiert sich nach solch einer Reise für einen selbst Einiges. Dennoch ist es schön zu sehen, dass, wenn man mit Kindern zu tun hat, immer das Gefühl da ist, dass Kinder auf der ganzen Erde gleich sind. Ihre Herzen sind noch offen und rein. Ein Krieg hinterlässt viele Spuren, das haben sie noch nicht erlebt und deswegen kann man nur hoffen, dass in Liberia die Zukunft besser wird. Für mich ist die Motivation nun noch stärker, mich weiter stark zu engagieren. Wir müssen uns hier in unserer westlichen Gesellschaft wieder mehr in Erinnerung rufen, wie gut es uns geht!
Haben Sie Ihren Kindern nach der Reise erzählt, was sie erlebt haben?
Auf jeden Fall! Ich finde es sehr wichtig, dass auch Kinder aus der westlichen Welt - die ja ein Paradies ist - begreifen, dass die Realität in den meisten Ländern der Erde ganz anders aussieht. Bevor ich weggefahren bin, habe ich meinen Kindern erklärt, weshalb ich hinfahre. Dass es Länder gibt, in denen das Gesundheitssystem nicht so funktioniert, wie bei uns. Dass sie zum Beispiel schon seitdem sie Babys sind geimpft werden, dass das natürlich eine schmerzhafte Sache ist, aber dafür sorgt, dass sie so gesund sind. Und dass den Menschen in den Ländern mit wenig Geld und mangelnder Gesundheitsversorgung geholfen werden muss, in dem man Gelder für sie sammelt. Nur dann können Organisationen wie z.B. UNICEF dafür sorgen, dass alle Kinder gesund bleiben können.
Wie lautet Ihr Fazit nach der Reise, welche Eindrücke haben Sie mitgenommen?
Es war auf jeden Fall eine sehr emotionale Reise, die mich stark berührt hat. Es ist für mich eine sehr große Hoffnung zu sehen, wie stark die Menschen sind. Die Mütter kämpfen um ihre Kinder, haben immer noch Kraft und Hoffnung und den Wunsch, für ihre Kinder da zu sein, damit sie gesund und kräftig in die Zukunft gehen können. Ich unterstütze die Aktion "1 Packung = 1 Impfdosis" von Pampers und UNICEF weil ich helfen möchte, auf die Situation dieser Mütter und Kinder aufmerksam zu machen. Keine Mutter auf der Welt soll Angst haben, ihr geliebtes Kind kurz nach der Geburt an Tetanus zu verlieren. Pampers gibt jedem von uns die Chance, mit wenig Aufwand einen wichtigen Beitrag zu leisten. Ich freue mich und bin stolz, dass ich ein Teil dieser Hilfe sein kann und hoffe, dass sich viele an der Aktion beteiligen, um ebenfalls mitzuhelfen.